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München, Juni 2010
Perspektive : Retrospektive : OFF. Zum 20jährigen Jubiläum lud die 9. DAK'ART vom 7. Mai bis 7. Juni 2010 zu einer umfangreichen Schau zeitgenössischer afrikanischer Kunst nach Dakar.
 
DAK'ART – Biennale für zeitgenössische Kunst aus Afrika
26 afrikanische Künstler aus Afrika und der Diaspora brachte sie in der „Perspektive“ der „IN“Ausstellung zusammen, die durch 10 neue Arbeiten früherer Preisträger des Léopold Sédar Senghor Awards in der „Retrospektive“ und durch über 150 „OFF“-Veranstaltungen in Galerien aber auch Banken, Hotels, Geschäften und Restaurants ergänzt wurden. DAK’ART war 31 Tage lang überall, sogar auf Gorée, in Vororten wie Rufisque und Städten wie Saint Louis.
 
Seit nunmehr 20 Jahren zielt die vom Ministerium für Kultur und Frankophonie der Republik Senegal organisierte Großveranstaltung auf die Integration der zeitgenössischen afrikanischen Kunst in den internationalen Kunstmarkt und natürlich auch auf die  Förderung von Kunstkritik und Publikationen über Kunst und zeitgenössische afrikanische Künstler. Auch nach 20 Jahren ist man immer noch bestrebt die Bekanntheit zu steigern, wie Ousseynou Wade, Generalsekretär der Biennale, zugab. Und offensichtlich hat er Recht, denn außerhalb der etablierten Afrika-Kunst-Szene hat in Deutschland kaum jemand dieses Ereignis wahrgenommen. Dabei kommen bereits viele Künstler, Studenten, Kunstliebhaber ohne Einladung aus ganz Afrika und auch aus anderen Teilen der Welt zur ehemals einzigen Kunstmesse dieser Größe. Aber sie muss sich anstrengen, denn selbst auf dem afrikanischen Kontinent hat sie bereits Konkurrenz bekommen – die JoburgArtFair.
 
Was 1989 mit einer Idee begonnen hatte, war 1990 mit der ersten Biennale an die Öffentlichkeit getreten - damals noch auf Literatur ausgerichtet. Spätere Biennalen hatten ihr Augenmerk immer stärker auf die zeitgenössische Kunst gerichtet und zeitweise auch einen Designsalon integriert. Dieser wurde auf 2012 vertagt.
Für die Jubiläumsveranstaltung 2010 hatte ein panafrikanisches Kuratorenteam die rund 300 eingereichten Arbeiten gesichtet. 26 wurden für die Perspektive der „IN“-Ausstellung ausgewählt.
 
Moridja Kitenge Banza "Hymne a Nous"
 
Moridja Kitenge Banza "Hymne a Nous"
 
Moridja Kitenge Banza "Hymne a Nous"
Moridja Kitenge Banza "Hymne a Nous" (Hymne an uns selbst)
 
Eine der interessantesten Arbeiten stammt von dem kongolesischen Künstler Moridja Kitenge Banza, der dafür auch die Präsidenten Léopold S. Senghor Auszeichnung erhielt. Geboren 1980 in der DR Kongo, hatte er Kunst in Kinsasha und in Frankreich studierte, wo er heute lebt und arbeitet. Trotzdem findet er Zeit für seine Lehrtätigkeit an der Universität in Lubumbashi. Sein künstlerisches Medium sind Fotografie, Video und Installation, was er auf der DAK’ART gemeinsam präsentierte. Eine großflächige Löffel-Installation spiegelt sich in Zeichnungen der Laderäume von Sklavenschiffen und fand seinen Höhepunkt in einer Videoprojektion nackter schwarzer Sänger. Was wirkte wie ein großer Chor waren Duplikate seiner selbst - zich Banzas. Diese interpretierten Beethovens Ode an die Freude in einem Arrangement aus der Hymne Europas, der des Kongo und Belgiens. Dass Banza auch mehrere Jahre klassische Musik studiert hatte, kam ihm hier offensichtlich zugute. Zur Aussage seiner Arbeit befragt, sage er, sie sein Ausdruck seines Wunsches nach einer befreiten Gesellschaft, die nicht mehr von ihrer Geschichte peinlich berührt sein müsse. Genau das war es, was wohl jeder Besucher fühlte, der diesen Raum betrat: Peinlichkeit angesichts dieser singenden nackten Männer.
Mit dieser Auswahl für den ersten Preis traf die Jury genau ins Schwarze. Gleichermaßen berührt, überrascht und aufgeregt war auch Banza, denn es war seine erste Begegnung in diesem Festival überhaupt.
 
Mulugeta Gebrekidan "Boundaries Bound“
Mulugeta Gebrekidan "Boundaries Bound“
Mouna Jemal Siala
Mouna Jemal Siala
 
Thematisch schlisst hier unter anderem „Boundaries Bound“ von Mulugeta Gebrekidan aus Äthiopien an. Öltuben symbolisieren menschliche Körper, die blutend im Stacheldraht gefangen sind. Sie sprechen eine deutliche Sprache - über das Leid der Menschen verursacht durch Menschen. Mouna Jemal Siala, die in Paris geboren wurde, dort studierte, heute aber auch in Tunis lehrt, greift dieses Thema mit ihrer Photoinstallation auf. Menschliche Abbilder drängen sich zu Gruppen in einem Schaukasten. Sie scheinen einerseits gefangen, andererseits herauszufallen. Ihre Installation erinnert an Boote der Sklaverei – der alten wie der neuen.
 
Nirveda Alleck aus Mauritius verdeutlichte in ihren photorealistischen Arbeiten den Zwiespalt der Individuen zwischen Interkultur, Individualität und Einheit in der Vielfalt Brüder Hasan & Husain Essop, Zwillinge aus Südafrika, versuchen in ihren Fotografien der Rolle des Individuums in der Gesellschaft, insbesondere der der muslimischen Jugend in einer säkularen Welt nachzuspüren. Svea Josephy aus Südafrika bewies, dass man mit nur zwei Fotografien bewegen und gewinnen konnte. Die aus der Vogelperspektive gemachten Aufnahmen der Siedlung, Khayelitsha in Kapstadt stellt sie dem Blick vom Kuwait Tower gegenüber. Beeindruckend!
 
Wenn auch die Menschheit voller Bosheit und Torheit - Nduwhite Ndubuisi Ahanonu aus Nigeria ist sicher, dass ein Teil von ihr göttlich ist und erinnert daran mit seiner Vitrine „Gott schuf Vögeln und Bäumen, doch Menschen bauten Käfige“. Gott sei Dank beherbergte seine Installation keine lebenden Lebewesen sondern an ihrer Stelle nur bunte Abbilder. Anderswo waren Lebewesen ausgestellt und gaben Anlaß zu Fragen nach Sinn und Notwendigkeit.
 
Angesichts des Titels „Perspektive“ und der beabsichtigten Ausrichtung auch auf das fünfzigjährige Jubiläums der Unabhängigkeit vieler afrikanischer Staaten (wie auch Senegals) verwunderte, dass Themen wie Kolonialgeschichte, Sklavenhandel und Migration die Schau so stark beherrschten. Bietet die Perskektive nichts positives? Das seinen eben Themen, die Afrikaner beschäftigen, so Ousseynou Wade. Afrikaner werden auch heute noch in ihren Rechten beschnitten. Nicht nur, dass sie sich nicht in dem Land ihrer Wahl nieder lassen können, Grenzen hindern sie auch an der Ausübung ihres Berufes. So erhielt gerade Serge Alain Nitegeka aus Burundi trotz offizieller Einladung durch die DAK’ART keine Reiseerlaubnis. Die befristete Aufenthaltsgenehmigung für Südafrika, die ihm das Arbeiten und Studieren dort in den letzten sieben Jahren ermöglichte, erlaubtem ihm nicht außer Landes zu reisen. Seine Arbeit, im Katalog abgebildet, fehlt in der Ausstellung. Sie wurde auf seine Bitte hin nicht gezeigt, sondern nur seine schriftliche Erklärung zu diesem Vorgang. Der leere Platz verdeutlichte drastisch diese paradoxe Situation.
 

Auch die „Retrospektive“ und die „OFF“-Ausstellungen zeigten interessante Arbeiten und verdienen näher beleuchtet zu werden. Wir machen das demnächst in einem zweiten Teil.

 
Feierlichen Eröffnung der DAK'ART 2010
Die feierliche Eröffnung fand am 7.5.2010 im Sorano-Theater Dakar in Anwesenheit von Staatspräsident Abdoulaye Wade und seiner Gattin statt.
Feierliche Eröffnung der DAK'ART im Sorano-Theater
 

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Videoclip: Tanzgruppen aus verschiedenen Teilen des Landes in traditioneller Kleidung vor dem Sorano-Theater
 

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Videoclip: Feierliche Eröffnung der DAK'ART in Anwesenheit von Staatspräsident Abdoulaye Wade und seiner Gattin im Sorano-Theater
 
Text, Fotos & Videoclips: © Barbara Schirpke
gefördert vom Evangelischen Entwicklungsdienst (EED)

mehr Info:
Website der DAK'ART
IFAN Museum ( Place Soweto, Dakar, Senegal

 
Dienstag, 20.02.2018
21.2.1965
Malcolm X in New York ermordet
21.2.
Internationaler Tag der Muttersprache
26.2.1961
Hassan II. wird König von Marokko - 2000 gestorben
Die Erde hat genug für jedermanns Bedürfnisse, nicht aber für jedermanns Gier.
M. Gandhi
 

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