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September 2009, Osnabrück
"Berichtet nicht ständig davon, wie sie sterben! Erzählt, wie sie leben!" forderte der schwedische Bstsellerautor Henning Mankell bei der Verleihung des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises.
Diesen Preis verleiht die Stadt Osnabrück seit 1991 alle zwei Jahre. Er ist nach dem in Osnabrück geborenen Schriftsteller Erich Maria Remarque benannten. 2009 wurde die Auszeichnung zum zehnten Mal vergeben - an Henning Mankell für sein Afrika-Werk sowie an Lukas Bärfuss für sein Afrika-Buch "Hundert Tage".
 
Der 1948 in Stockholm geborene schwedische Theaterregisseur und Schriftsteller Henning Mankell erhielt am 18. September in Osnabrück den mit 25.000 Euro dotierten Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis. Die Laudatio hielt Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler, der Mankell als Kenner Afrikas schon vor Jahren auf den Petersberg bei Bonn zu Gesprächen im Vorfeld der Gründung seiner "Partnerschaft mit Afrika" eingeladen hatte. Eindrucksvoll erzählte der Autor damals von einem jungen Afrikaner, der barfuss und in Lumpen gekleidet ging, sich aber auf die Füße Schuhe gemalt hatte. Mankell interpretierte das als selbstbewußtes Zeichen seiner Würde und Köhler als eine typische Geschichte, die mehr in den Köpfen der Menschen bleibt, als viele der täglichen Schreckensnachrichten aus Afrika. Das macht sein Werk aus und ihn zum Freund Afrikas. So bringt er uns die "Schönheit, Leichtigkeit und Verwandlungsfähigkeit" des Kontinents wirklich nahe.
Der 1971 in Thun geborene Schweizer Dramatiker und Autor Lukas Bärfuss erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis. Spiegel-Kulturredakteur Dr. Volker Hage nannte dessen Buch "Hundert Tage" in der Laudatio ein "literarisches Denkmal für die ruandischen Schreckensjahre." Die Jury war sich einig, das sich beide Schriftsteller mit den Konflikten des afrikanischen Kontinents kreativ auseinandersetzen und sie einer breiten Masse öffentlich machten. Afrika sei der Kontinent, auf dem sich die Zukunft der Menschheit entscheide, sagte der Oberbürgermeister. "Wenn man Bilder völlig entkräfteter Flüchtlinge sieht, die wie Strandgut an den Stränden unserer Zivilisation angespült werden, dann mag der Gedanke erlaubt sein, dass wir uns unsere Humanität vielleicht nur deswegen leisten können, weil wir ihre Gefährdung exportiert haben und alles dafür tun, dass wir nicht zur Verantwortung gezogen werden."
 
Foto oben, v.l.n.r.: Christian Wulf, Horst Köhler mit Ehefrau, Henning Mankell und Oberbürgermeister Boris Pistorius
 

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Videoclip: Rede Mankells anlässlich der Verleihung
 

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Videoclip: Verleihung des Friedenspreises an Henning Mankell - Rede des Oberbürgermeisters der Stadt Osnabrück, Boris Pistorius
 

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Videoclip: Verleihung des Friedenspreises an Lukas Bärfuss
 
  
Fotos oben: Gespräche vor dem Festakt - u.a. zwischen Mankell und Christoph Schlingensief, der in Afrika ein Festspielhaus bauen möchte und dem Mankell seine volle Unterstützung zusicherte
unten: Sektempfang vor der Marienkirche
 
Rahmenprogramm zur Verleihung des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises am Vorabend
Viele hätten gern noch an der Veranstaltung "Wir alle kommen aus Afrika" im Niedersachsensaal der Osnabrückhalle teilgenommen, doch sie war bis auf den letzten Platz ausverkauft. Henning Mankell war im Gespräch mit Bettina Gaus, Axel Milberg lass aus dem Roman "Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt" und Salif Keita spielte und sang.
Die taz-Redakteurin Bettina Gaus erfragte in ihrem Gespräch mit Henning Mankell vieles über das Leben Mankells zwischen zwei Kontinenten und über Denken und Handeln der Afrikaner. Es sein ihm ein besonderes Anliegen, Geschichten zu erzählen - nicht über das Sterben, über dass die Massenmedien berichten, sonder über das Leben. Statt mit einem „Koffer voller Lösungen“ nach Afrika zu kommen, sagte er, müssten die Europäer ihnen mehr zuhören. Vieles an dem Image Afrikas sei „falsch“ und spiegele weder die Probleme, die den Kontinent prägten, noch den Optimismus, der dort herrsche.
 

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Videoclip: Bettina Gausvon der taz und Henning Mankell im Gespräch
 
  
Fotos oben: Mankell lässt es sich nicht nehmen seinen Freund, Salif Keita aus Mali, als den Bob Dylan Afrikas selbst anzukündigen
 

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Videoclip: Salif Keita mit Sängerin Doumboya Djene
 
Gelungene Veranstaltungen!?
Ich meine, die Stadt Osnabrück ist nicht nur "auf einem guten Weg", wie es Mankell formulierte, sondern hat diesen schon ein großes Stück beschritten (viel weiter als andere Städte) - und wohl schon seit 1648 der Friede von Osnabrück geschlossen worden ist, der als der Westfälischer Friede in die Geschichte einging. Ich sprüte den Geist des Friedens in allen Gassen, sah ihn förmlich im Remarque-Archive, im Felix-Nussbaum-Haus und in den Bilderschlachten, der gegenwärtigen Ausstellung in der Kunsthalle. Ich konnte ihn sogar auf der Straße hören, wo sich die Frau mit dem Handwerker über ihre Arbeit als Integrationslehrerin unterhielt. Im Stadtbild gibt es zahlreiche Ausländer und auch Menschen afrikanischer Herkunft. Es spricht sich rum, sagte der OB, dass Osnabrücker so freundlich zu ihnen sind. Sie kommen gern. Um so mehr verwundert es, dass Afrikaner bei diesen Afrika-Veranstaltungen so gut wie nicht zugegen waren. "Zu teuer", hörte ich auf nachfragen. "Wir alle kommen aus Afrika" kostete 15,- Euro; erm. 12,-. Das kann der Grund nicht sein. Auch unter den geladenen Gästen des Festaktes in der Marienkirche fanden sich neben Salif Keita, Doumboya Djene und dem Botschafter Mosambiks, Carlos Dos Santos, keine weiteren afrikanischen Gäste oder Reporter.
Da gäbe es doch noch etwas zu verbessern, Herr Pistorius.
 
Fotos & Videoclips: © Barbara Schirpke

mehr Info:
Website von Henning Mankell
Website von Henning Mankell - die Afrikaseite
Christoph Schlingensiefs Festspielhaus Afrika
 
Dienstag, 20.02.2018
21.2.1965
Malcolm X in New York ermordet
21.2.
Internationaler Tag der Muttersprache
26.2.1961
Hassan II. wird König von Marokko - 2000 gestorben
Hab Geduld mit einem Narren - auch du hast etwas von einem Narren in dir.
Weisheit der Ovambo
 

Die Afrika-Romane
des Preisträgers Henning Mankell:

 





Das Afrika-Buch Lukas Bärfuss':

 

     
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